Multiprofessioneller Aufbaukurs Palliative Care - Level 2 Modulsystem

Ort: 
APPH Ruhrgebiet - Herne
Datum: 
Dienstag, 22 Januar, 2019 - 09:00
Dienstag, 19 Februar, 2019 - 09:00
Dienstag, 19 März, 2019 - 09:00
Dienstag, 9 April, 2019 - 09:00
Dienstag, 7 Mai, 2019 - 09:00
Dienstag, 4 Juni, 2019 - 09:00
Dienstag, 2 Juli, 2019 - 09:00
Dienstag, 3 September, 2019 - 09:00
Dienstag, 8 Oktober, 2019 - 09:00
Dienstag, 5 November, 2019 - 09:00

Multiprofessioneller Kurs für alle Berufsgruppen, die an der Palliativversorgung beteiligt sind. Der Gesamtkurs erstreckt sich über 2 Jahre mit zweimal 80 Unterrichtseinheiten. Teilnehmer, die die 160-Stunden Palliativ-Weiterbildung abgeschlossen haben, werden ihre Berufserfahrungen multidisziplinär vertiefen und mit aktuellem Wissen verknüpfen. Die multiprofessionelle Zusammensetzung der Teilnehmer und Referentenermöglicht eine praxisnahe Bearbeitung der bekannten Schwerpunkte Symptomkontrolle, Versorgungskonzepte, Selbstreflexion, Kommunikation, Ethik, Recht, Spiritualität und Trauer. Weitere Themen sind der Umgang mit Widerständen, die eigene Haltung und Belastungsstruktur, Möglichkeiten der Selbstpflege und multiprofessionelle Teamarbeit.
Dieses Kursangebot entspricht den Rahmenvereinbarungen zu § 39a und§ 132d des SGB V, nach denen die jährliche Teilnahme an vertiefenden Fortbildungsmaßnahmen nachzuweisen ist. Jedes Modul kann auch einzeln gebucht werden.

Modul 1 22.01.2019 Anmeldeschluss:02.01.2019

Titel: Atmung und Beatmung

Auch wenn wir bewusst atmen können, so machen wir als Gesunde vom bewussten Atmen nur selten Gebrauch.
Wenn das Atmen erschwert ist, empfinden unsere Patienten dies als Not, die so genannte Atemnot.
Ohne Atem kein Leben. Dies war den Menschen aller Zeiten klar, noch bevor sich eine Medizin entwickelt hat.
Das Ende des Lebens ist vom letzten Atemzug gekennzeichnet.
Was Atemnot bedeutet und wie wir Patienten unterstützen können, die in dieser Not leben müssen, und was Beatmung bedeutet und wie sie funktioniert, das soll Ihnen dieser Kurstag vermitteln.
Unser Referent ist selbst Palliativmediziner einerseits und Intensivmediziner andererseits. Er kann alle Ihre Fragen zu diesem nicht ganz einfachen Kapitel beantworten.

Kursleitung: Dr. Dirk Kompa

Modul 2 19.02.2019 Anmeldeschluss:25.01.2019

Titel: Was Rituale bewirken und bedeuten

„Was heißt „fester Brauch?“, sagte der kleine Prinz. „Auch etwas in Vergessenheit Geratenes“, sagte der Fuchs. „Es ist das, was einen Tag vom andern unterscheidet, eine Stunde von den anderen Stunden.“ (Antoine de Saint-Exupéry)
Immer dann wenn Worte fehlen, bedienen wir Menschen uns automatisierter Handlungen und Vorgänge. Sie geben Halt in Situationen, in denen wir durch das Erlebte, die Gefühle handlungsunfähig sind. In diesem „übergriffigen Funktionieren“ wird Vertrauen zurückgeholt. Der Ritus schafft den Raum, Unverständliches, das Eigene auszuhalten, indem es in einen übergeordneten, überindividuellen Zusammenhang gestellt wird.
Wir erleben den Ritus oder Rituale in vielfältigen Vollzügen menschlichen Lebens: als sozialen Ritus, Verhaltensritus (auch in der Tierwelt), kirchlichen bzw. religiösen Ritus.
Im Aushalten von Krankheit und Leiden, in Sterbe-und Trauerbegleitung erfahren Rituale immer neu eine tiefe Bedeutung und machen Übergänge für den Menschen begehbar.
Was ein Ritual ausmacht, wofür es steht, was es bewirkt und wie es gestaltet werden kann, darum soll es in dieser Einheit gehen.

Kursleitung: Hartwig Trinn

Modul 3 19.03.2019 Anmeldeschluss: 19.02.2019

Titel: Musiktherapie in der Palliativmedizin

Palliativ Care begleitet Menschen am Lebensende und berücksichtigt dabei körperliche, seelische, spirituelle und soziale Bedürfnisse. Musik spielt in vielen Augenblicken des Lebens eine große Rolle, umso mehr tut sie es – in vielerlei Hinsicht – am Lebensende.
Im Angesicht des Todes sind wir als Begleitende und sind auch die Betroffenen manches Mal sprachlos. Auch die Beeinträchtigung der körperlichen Funktionen kann mit Sprachlosigkeit einhergehen: Musik ist ein anderer – nonverbaler - Schlüssel zu Geist und Seele.
An diesem Tag wollen wir uns damit auseinandersetzen, wie Musik helfen kann: als Zugang zum Patienten, als Kommunikationsmittel und in der medizinischen Behandlung. Außerdem wird durch Selbsterfahrungsanteile die Wirkung von Musik am eigenen Leib erfahren.

Kursleitung: Friederike Frenzel

Modul 4 09.04.2019 Anmeldeschluss: 05.03.2019

Titel: Kriegstraumata und ihre Folgen

Unbewältigte Kriegstraumata können in die nächste Generation übertragen werden, ohne dass die Kinder der zweiten Generation selbst ein Trauma erlebt haben. Die Angehörigen der zweiten Generation spüren zwar die Symptome, unter denen auch ihre Eltern leiden, ohne jedoch eine Quelle in ihrem eigenen Leben finden zu können.
Die meisten Angehörigen der ersten Generation haben nicht über ihre schlimmen Erfahrungen im Zweiten Weltkrieg gesprochen. Sie haben über Jahre hinweg erfolgreich verdrängt und eigene Verhaltensweisen entwickelt, um damit ihr weiteres Leben meistern zu können. Diese Reaktionen prägen jedoch das Denken, das Fühlen, das Handeln, die Träume, die Ängste. Aber auch Hoffnungen werden davon bestimmt.
Die Traumata des Krieges sowie die dadurch entwickelten Bewältigungsstrategien der ersten Generation wurden unbewusst von der nächsten Generation aufgenommen.

Kursleitung: Nicole Gand

Modul 5 07.05.2019 Anmeldeschluss: 02.04.2019

Titel: Schmerztherapie – Update

Schmerztherapie sollte im Level 2 zumindest alle 2 Jahre nicht fehlen. 90 % der Schmerzsyndrome können wir erfolgreich behandeln. In 10% der Fälle stellen Schmerzen eine echte Herausforderung dar.
Ärzte mit Erfahrung in der palliativen Begleitung verfügen zudem über Gesprächstechniken und Möglichkeiten, den Horizont des Patienten zu erweitern, die über die klassische Anwendung von Schmerzmitteln hinausgeht.
Mit dem Referenten haben wir einen äußerst erfahrenen Schmerztherapeuten, Leiter einer Schmerzambulanz, zugleich als Palliativmediziner tätigen Arzt, der Sie insgesamt auf den neuesten Stand dieses immer wieder wichtigen Themas bringen wird.

Kursleitung: Dr. Axel Münker

Modul 6 04.06.2019 Anmeldeschluss: 02.05.2019

Titel:
Die Wunde bleibt: Mit der Wunde leben und sterben
Tumorwunden und spezifische Behandlungskonzepte an Hand von Fallbeispielen

Menschen mit einer malignen Wunde haben ein verändertes Körperbild. Ihnen fehlt die körperliche Unversehrtheit. Sie fühlen sich schnell nur noch auf die Wunde reduziert. Scham, Unattraktivität, Kleidungsprobleme und Gerüche verändern das Selbstbild. Eine sachgerechte Wundversorgung und eine Annahme und Aufklärung der Betroffenen und ihrer Umgebung können die Grundlagen dafür schaffen, eigene Attraktivität zu steigern und Nähe wieder erleben zu können.
Inhalte dieser Fortbildung sind:
Tumorwunden und spezifische Behandlungskonzepte an Hand von Fallbeispielen
Nicht die Wundauflage alleine entscheidet über die Lebensqualität der Menschen mit einer Wunde. Aber Fachwissen kann diesen Prozess stützen.
• Aufzeigen von Versorgungsmöglichkeiten
• Grundsätze der phasengerechten Wundbehandlung
• Wirkungsweisen der Wundauflagen
• Einsatzgebiete der Wundspülungen in der Wundbehandlung
Was bleibt, wenn nichts bleibt:
Arbeiten mit der Sprachlosigkeit, Wahrnehmungen, Stigmatisierungen
• Umgang mit Ekel und Selbstschutz
• Was bleibt dann, wenn die Wunde bleibt:
Arbeiten zum Körperbild und Stigmatisierung
• Ich bin mehr als du riechst:
Wonach riecht der Tod? Ich rieche dein Leid.
Gerüche, die sich festsetzen, verschließen, öffnen
Lieblingsdüfte
• Selbstschutz, mehr als Durchhalten:
Wo kann ich loslassen.
• Arbeiten mit Blicken
Arbeitsweisen
Fallarbeit
Gruppenarbeit

Kursleitung:
Maria Schürholz
Steffi Boyke

Modul 7 02.07.2019 Anmeldeschluss: 04.06.2019

Titel: Lebenszieländerung im Angesicht des nahen Todes

In der letzten Lebensphase wird das Leben bilanziert, werden Lebensziele neu bewertet und letzte Ziele neu gesteckt. Die Arbeit an diesem Themenkreis kann für die Betroffenen eine Herausforderung sein. Wenn diese Arbeit gelingt, hat sie erheblichen positiven Einfluss auf die Lebensqualität in den letzten Lebenswochen.
Wir wollen hier gezielt und auch mit wissenschaftlichem Anspruch auf diese Frage schauen.
Wir werden auch die Frage beleuchten, wie wir den Patienten diesbezüglich gut unterstützen können. Dabei reflektieren wir die eigene Wertewelt.

Kursleitung: Jan Gramm

Modul 8 03.09.2019 Anmeldeschluss: 01.08.2019

Titel: Konflikt-Gespräche führen – ohne Konflikte zu schüren

In der Zusammenarbeit mit Kollegen, anderen Berufsgruppen, Patienten und Angehörigen kann es bei der Versorgung schwerstkranker Patienten aus unterschiedlichen Gründen zu Konflikten zwischen den Beteiligten kommen. Das Führen von Konfliktgesprächen, beziehungsweise von deeskalierenden Gesprächen zur Vermeidung von Konflikten, in wertschätzender Form erfordert von dem Einzelnen eine gute Kenntnis entsprechender Gesprächstechniken und die Bereitschaft zur Selbstreflexion.
In dieser Fortbildung werden zur Erweiterung der Kompetenzen folgende Aspekte aktiv, praxisnah und im Austausch mit den Teilnehmern erarbeitet:
• Grundlagen der wertschätzenden Kommunikation
• Aspekte der Selbstreflexion
• Besonderheiten von Konfliktgesprächen
• Werkzeuge der Kommunikation für Konfliktgespräche
Der Tag wird mit unterschiedlichen Vermittlungstechniken gestaltet:
• Einzel- und Gruppenarbeit
• Diskussion im Plenum
• Kurze Vorträge
• Fallarbeit

Kursleitung: Marion Duddek-Baier

Modul 9 08.10.2019 Anmeldeschluss: 03.09.2019

Titel: Palliative Sedierung – stationär und ambulant

Die meisten Menschen wünschen sich ein Lebensende ohne Schmerzen, Angst und Luftnot.
Wenn dieses Ziel nicht mehr durch die anlassbezogene Einnahme von Bedarfsmedikamenten zu erreichen ist, stellt sich die Frage nach einer palliativen Sedierung.
Definition:
Palliative Sedierung – was ist das?
Indikationsstellung
• Welches sind die Voraussetzungen, um eine palliative Sedierung beginnen zu können?
• Welches sind alternative Formen der Leidenslinderung?
Rechtliche Rahmenbedingungen
• Juristische Rahmenbedingungen einer palliativen Sedierung
• Leitlinie
• Dokumentation
Kommunikation
• Wer ist betroffen?
• Patient
• Zugehörige
• Behandelnde Ärzte
• Pflegepersonal
• Heimleitung
• Sonstige
• Umgang mit den eigenen Grenzen und den Grenzen der Betroffenen
Ethik
• Strukturierte ethische Entscheidungsfindung anhand der Kriterien nach Beauchamps und Childress
• Informationsvermittlung durch Powerpoint-Präsentation
• Diskussion anhand von Fallbeispielen
• Leitliniengerechte Dokumentation anhand eines Formblattes zur palliativen Sedierung

Kursleitung: Dr. Bettina Claßen

Modul 10 05.11.2019 Anmeldeschluss: 01.10.2019

Titel: Kollegiale Beratung

Das Modul der kollegialen Beratung ist von Anfang an ein fester Bestandteil in jedem Kursjahr im Level 2.
Unsere erfahrenen Kursleiter Frau Müller aus dem pflegerischen Bereich und Herr Dr. Freistühler aus dem ärztlichen Bereich moderieren die kollegiale Beratung Ihrer persönlich erlebten Fälle.
Sie entscheiden, welchen Fall, mit welchen Problemen Sie in einer Runde von Kursteilnehmern, die Sie aus den vorangehenden Modulen kennen, vorstellen wollen. Sie besprechen, was an diesen Fällen problematisch war, was gut gelungen war und erhalten wertvolle Anregungen, wie Sie in Zukunft mit ähnlichen Fällen umgehen können.
Dieser Tag wird in der Regel sehr intensiv und positiv erlebt und ist für alle jene Bedingung, die das Level 2-Zertifikat erwerben wollen, aber auch offen für andere Kursteilnehmer, die hier die Gelegenheit zur kollegialen Beratung nutzen wollen.

Kursleitung: Dr. Markus Freistühler, Annegret Müller

Zeit: jeweils 09:00 – 17:00 Uhr

Weitere Module in 2020
Zielgruppe:
Palliativmediziner, Pflegende und Angehörige anderer Berufsgruppen, die an der Palliativmedizin, Palliativpflegeund hospizlichen Betreuung beteiligt sind.

Teilnehmerzahl:
16 - 20

Teilnahmegebühr:
1.255,00/Gesamtkurs (80 UE)
132,00 € / Modul

Veranstaltungsort:
Evangelisches Krankenhaus Herne
Wiescherstr. 24
44623 Herne

Anmeldung:
APPH Ruhrgebiet
Telefon: 02323/498-2600
Telefax: 02323/498-2601
apph@apph-ruhrgebiet.de

Besondere Hinweise:
Voraussetzung für die Teilnahme ist eine abgeschlossene Weiterbildung in Palliativmedizin oder Palliative Care, die von der DGP anerkannt ist.
Die angebotenen Module in 2019 umfassen 80 UE und können als Gesamtkurs oder einzeln gebucht werden. Weitere Moduleinheiten werden in 2020 stattfinden. Insgesamt entspricht die vollständige Teilnahme 160 Unterrichtseinheiten über 2 Jahre.
Hierfür erhalten Sie ein Zertifikat. Für jedes einzelne Modul eine Teilnahmebescheinigung.
Die Anerkennung von Fortbildungspunkten richtet sich nach den Vorgaben der Fachverbände.


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