Multiprofessioneller Aufbaukurs Palliative Care – Level 2 - Modulsystem

Ort: 
APPH Ruhrgebiet - Akademie für Palliativmedizin, Palliativpflege und Hospizarbeit, Herne
Datum: 
Dienstag, 21 Januar, 2020 (Ganztägig)
Dienstag, 18 Februar, 2020 (Ganztägig)
Dienstag, 17 März, 2020 (Ganztägig)
Donnerstag, 23 April, 2020 (Ganztägig)
Dienstag, 19 Mai, 2020 (Ganztägig)
Dienstag, 16 Juni, 2020 (Ganztägig)
Dienstag, 18 August, 2020 (Ganztägig)
Dienstag, 15 September, 2020 (Ganztägig)
Dienstag, 27 Oktober, 2020 (Ganztägig)
Dienstag, 24 November, 2020 (Ganztägig)

Multiprofessioneller Kurs für alle Berufsgruppen, die an der Palliativversorgung beteiligt sind. Der Gesamtkurs erstreckt sich über 2 Jahre mit zweimal 80 Unterrichtseinheiten. Teilnehmer, die diese 160-Stunden Palliativ-Weiterbildung abgeschlossen haben werden, werden ihre Berufserfahrungen multidisziplinär vertieft und mit aktuellem Wissen verknüpft haben. Die multiprofessionelle Zusammensetzung der Teilnehmer und Referenten ermöglicht eine praxisnahe Bearbeitung der bekannten Schwerpunkte Symptomkontrolle, Versorgungskonzepte, Selbstreflexion, Kommunikation, Ethik, Recht, Spiritualität und Trauer. Weitere Themen sind der Umgang mit Widerständen, die eigene Haltung und Belastungsstruktur, Möglichkeiten der Selbstpflege und multiprofessionelle Teamarbeit.

Dieses Kursangebot entspricht den Rahmenvereinbarungen zu § 39a und § 132d des SGB V, nach denen die jährliche Teilnahme an vertiefenden Fortbildungsmaßnahmen nachzuweisen ist. Jedes Modul kann auch einzeln gebucht werden. Für die Gesamtteilnahme über 2 Jahre erhalten Sie ein Level-2-Zertifikat der APPH.

Modul 1 21.01.2020 Anmeldeschluss: 23.12.2019

Titel:
Leitliniengerechte Symptomkontrolle
Vorstellung der aktuellen Leitlinien aus dem Jahre 2019

Text:
Die deutsche Gesellschaft für Palliativmedizin hat sich entschlossen, die aktuellen Leitlinien im Bereich der Palliativmedizin um weitere Kapitel zu ergänzen.
Diese Leitlinien werden voraussichtlich im Jahre 2019 abschließend fertiggestellt und umfassen folgende Themenkreise:
1. Angst
2. Fatique
3. Übelkeit und Erbrechen
4. Maligne intestinale Obstruktion
5. Schlafstörungen
6. Wundpflege
7. Todeswunsch
8. Therapiezielfindung.

Wenn aus Leitlinien keine „Leidlinien“ werden sollen, ist es wichtig, die wesentlichen Inhalte zu verstehen.
Des Weiteren ist es wichtig, ob bei uns Praktikern diesbezüglich ebenso Konsens herrscht wie bei den Experten, die diese Leitlinien erstellt haben.

Dieser interessanten Aufgabe wird sich Ihnen Hr. Dr. Münker mit all seiner Erfahrung als Schmerztherapeut und Palliativmediziner gerne stellen.

Kursleitung:
Dr. Axel Münker

Modul 2 18.02.2020 Anmeldeschluss: 21.01.2020

Titel:
Genogrammarbeit, systemische Familientherapie im Kontext von Palliative Care

Text:
Genogrammarbeit im palliativen Kontext zur systematischen Erfassung von Defiziten und Ressourcen im Bezugssystem.

„Unter einem Genogramm verstehen wir die Darstellung eines Familienstammbaums, der - über mindestens drei Generationen hinweg - die vielfältigsten Informationen über die Mitglieder einer Familie und ihre Beziehungen enthält. Genogramme zeichnen in grafischer Form Informationen über eine Familie auf, ermöglichen einen raschen Überblick über komplexe Familienstrukturen und bilden eine reichhaltige Quelle zur Hypothesenbildung sowohl über die Verknüpfung eines klinischen Problems mit der Familienstruktur als auch über die historische Entwicklung dieser Struktur und der damit verbundenen Probleme.“ (Monica Mac Goldrick)

Die Teilnehmer des Seminares lernen das Erstellen eines Genogramms und die damit verbundene komplexe Möglichkeit, im palliativen Kontext damit zu arbeiten.
Es wird vermittelt, wie behutsam mit der Sichtbarkeit von Ressourcen und Defiziten lösungsorientiert gearbeitet werden kann.
Es wird die Erkenntnis vermittelt, dass Genogrammarbeit eine Grundlage ist, systemisch zu agieren, um Verstrickungen und innerfamiliäre Verbindungen zu verstehen. Immer mit dem Ziel, über Hypothesen das Familiensystem ganz im Sinne des Total Pain Konzeptes zu unterstützen.

Kursleitung:
• Silke Kirchmann:
Leiterin des Franziskus Hospiz Zentrum Erkrath, Palliative Care und Pädiatrische Palliative Care Fachkraft, Krankenschwester, systemische Familientherapeutin, Trauerbegleiterin, Coach und Mediatorin. Trainerin für Palliative Care und Palliativmedizin.

Modul 3 17.03.2020 Anmeldeschluss: 18.02.2020

Text:
Der ganz normale Wahnsinn - vom Umgang mit schwierigen Persönlichkeiten

Text:
Mithilfe der kleinen Charakterlehre gelingt es uns, Menschen besser zu verstehen und ihr Mitwirken zu gewinnen. Dabei müssen wir auch erkennen, dass manche Probleme auf eine Störung hinweisen. Anhand von Fallbeispielen seitens des Dozenten und Fallbeispielen der Teilnehmenden wollen wir den rechten Umgang mit kritischen Situationen üben. Dabei spielen auch die Themen „Abgrenzung“ und „Deeskalation“ eine Rolle.

Inhalte des Tages:
• Fachlicher Input: Kleine Charakterlehre nach Fritz Riemann
• Reflektion: Wo sehe ich mich selbst charakterlich verortet?
• Fallbeispiele: Charaktere erkennen – Menschen gewinnen
• Wo beginnt Psychopathologie: „Von der Macke zur Störung“
• Kollegiale Supervision: Fallbeispiele der Teilnehmer/-innen

Kursleitung:
Hartmut Magon

Modul 4 23.04.2020 Anmeldeschluss: 24.03.2020

Titel:
Neuro- und Kardio- Palliative Care

Text:
In einer alternden Gesellschaft werden immer mehr betagte Menschen von neurologischen bzw. kardiologischen Erkrankungen (z.B. Herzinsuffizienz, Demenz, Schlaganfall, Parkinson) betroffen sein und mit diesen sterben. Im Gegensatz zu Tumorpatienten erhalten die Betroffenen nur in den seltensten Fällen Palliativbetreuung. Menschen mit fortgeschrittenen neurologischen oder kardiologischen Erkrankungen stellen besondere Anforderungen an ein Palliative-Care-Team. Sie sind häufig nicht nur körperlich, sondern auch kognitiv und kommunikativ beeinträchtigt. Mit diesen Menschen zu kommunizieren, ihre Bedürfnisse, Ihr Leiden zu erkennen und zu lindern, ihre Autonomie zu erhalten, Sie wertzuschätzen, ist herausfordernd.
Der Workshop erläutert das Grundverständnis der Palliative Care im Kontext neurologischer und kardiologischer Versorgung und beschreibt, wie Symptome neurologisch bzw. kardiologisch beeinträchtigter Menschen systematisch erfasst und lebensqualitätsfördernd behandelt werden können.

Kursleitung:
Dr. med. Christoph Gerhard

Modul 5 19.05.2020 Anmeldeschluss: 21.04.2020

Titel:
Ernährung am Lebensende ist aktive Lebenshilfe

Text:
Was ist am Lebensende in Bezug auf Essen und Trinken wichtig, wenn der Betroffene es nicht mehr kann oder will?

• Stillen von Hunger und Durst!
• Positives Geschmackserlebnis!
• Befeuchtung der Mundschleimhäute!
• Versorgung mit Nährstoffen und Flüssigkeit?

Welche Rolle spielt die Ernährungstherapie und wie kann eine Ernährungsbetreuung am Ende des Lebens Unterstützung sowohl für den Sterbenden als auch für den Angehörigen bieten?

In diesem Seminar werden diese Aussagen und Fragen anhand von Vorträgen – Theorie und Praxis – und an Fallbeispielen bearbeitet.

Kursleitung:
Susanne Rolker

Modul 6 16.06.2020 Anmeldeschluss: 19.05.2020

Titel:
Emotionen zulassen – Kommunikation jenseits der Worte

Text:
Angst, Wut, Ohnmacht oder Gleichgültigkeit – das sind nur einige der zum Teil sehr starken Gefühle, mit denen wir in der Begleitung von Patientinnen und Patienten sowie deren Angehörigen konfrontiert werden. Auch wir selbst werden emotional berührt. Deshalb braucht es neben der fachlichen Qualifikation auch die Fähigkeit, mit Gefühlen umzugehen. Mit unterschiedlichen methodischen Ansätzen möchte das Seminar dabei helfen, Umgangsstrategien zu entwickeln und sie in die Begleitungsprozesse zu integrieren. Nicht immer geht es darum, Worte zu finden. Vielfach kann hilfreiche Kommunikation jenseits der Worte stattfinden.

Kursleitung:
Dr. Felix Grützner

Modul 7 18.08.2020 Anmeldeschluss: 21.07.2020

Titel:
Teamerhaltung

Text:
Teamerhaltung
Die Arbeit in der Palliativmedizin ist mit hohen Herausforderungen an alle Teammitglieder verbunden. Zu den Ansprüchen, die die Organisation und die fachliche Arbeit stellen, kommen die emotionalen Belastungen, bedingt durch die Arbeit mit Menschen in der Endphase ihres Lebens. Eine hohe psychische und emotionale Belastung ist oft die Folge, die auch auf die Zusammenarbeit der Menschen im Team Auswirkungen hat. Eine gute Palliativarbeit braucht ein Team, das mit all den Belastungen umgehen kann.

In diesem Seminar widmen wir uns der Teampflege, in dem wir folgende Aspekte erarbeiten:
- Was sind die unterstützenden Faktoren in einem stark belasteten Team?
- Was sind die individuellen Belastungs-/Stressreaktionen und wie kann ein Team gut damit umgehen?
- Die Stärken des Teams erkennen und pflegen
- Resilienz Stärkung im Team: Wie können sich Teammitglieder bei dauerhafter emotionaler Belastung resilient halten?

Der Tag wird mit unterschiedlichen Vermittlungstechniken gestaltet:
Gruppen- und Einzelarbeit,
Diskussion im Plenum, kurze Vorträge,
Fallarbeit, Rollenspiele.

Kursleitung:
Christiane Möller

Modul 8 15.09.2020 Anmeldeschluss: 18.08.2020

Titel:
Ethische Entscheidungsfindung am Lebensende – Aktuelle Rechtsprechung

Text:
Das Kapitel der ethischen Entscheidungsfindung am Lebensende ist nicht abgeschlossen.
Insbesondere die Rechtsprechung ergänzt durch Einzelfallentscheidungen den juristischen Blick auf diese Frage.
Erstmals ist es auch zu Prozessen gekommen, in denen für eine Übertherapie Schadensersatz oder Schmerzensgeld eingefordert wurde.
Herr Magon und Herr Dr. Freistühler behalten dieses auch für die Palliativmedizin sehr wichtige Feld im Auge und werden mit Ihnen im Laufe des Fortbildungstages die aktuellsten Entwicklungen und die ethischen Prinzipien, die ihnen zu Grund liegen, diskutieren.

Kursleitung:
Dr. Markus Freistühler
Hartmut Magon

Modul 9 27.10.2020 Anmeldeschluss: 29.09.2020

Titel:
Kosmetik/Klangschalen
Achtsamkeit auf der Palliativstation – Möglichkeiten zur Pflege von Körper und Seele

Text:
Ein Kosmetikkurs auf einer Palliativstation? Zunächst einmal klingt das überraschend.
„Zur Ruhe kommen können…“ – „Zu sich selber finden…“, das ist etwas was den meisten von uns, aus den unterschiedlichsten Gründen, nicht leichtfällt. Klangmassagen oder Klangschalen können uns dabei eine große Hilfe sein!
Beides möchten wir Ihnen in diesem Modul näherbringen.
Multiprofessionelle Teams auf der Palliativstation bemühen sich die Lebensqualität des Menschen bis zum Lebensende zu erhalten. Im Fokus der Palliativmedizin steht zunächst die Linderung von Beschwerden, aber genauso wichtig ist es, zugleich lebenswerte Perspektiven zu haben.
Ein Patentrezept gibt es nicht für die Arbeit mit Menschen in der letzten Lebensphase. Gemeinsam mit Ihnen möchten wir deshalb praxisnahe Strategien zusammentragen.
Zum Ende der Veranstaltung werden wir uns dann der Frage widmen, welche dieser Strategien wir im Hinblick auf unsere Selbstfürsorge in unseren Berufsalltag mitnehmen können.

Kursleitung:
Anne Grüter
Barbara Herzog
Christian Moormann

Modul 10 24.11.2020 Anmeldeschluss: 27.10.2020

Titel: Kollegiale Beratung

Text:
Das Modul der kollegialen Beratung ist von Anfang an einen festen Bestandteil in jedem Kurs Jahr im Level 2.
Unsere erfahrenen Kursleiter Frau Müller aus dem pflegerischen Bereich und Herr Dr. Freistühler aus dem ärztlichen Bereich moderieren die kollegiale Beratung Ihrer persönlich erlebten Fälle.

Sie entscheiden, welchen Fall, mit welchen Problemen Sie in einer Runde von Kursteilnehmern, die Sie aus den vorangehenden Modulen kennen, vorstellen wollen. Sie besprechen, was an diesen Fällen problematisch war, was gut gelungen war und erhalten wertvolle Anregungen, wie Sie in Zukunft mit ähnlichen Fällen umgehen können.

Dieser Tag wird in der Regel sehr intensiv und positiv erlebt und ist für alle jene Bedingung, die das Level 2-Zertifikat erwerben wollen, aber auch offen für andere Kursteilnehmer, die hier die Gelegenheit zur kollegialen Beratung nutzen wollen.

Kursleitung:
Dr. Markus Freistühler
Annegret Müller

Zeit: jeweils 09:00 – 17:00 Uhr

Weitere Module in 2021

Zielgruppe:
Palliativmediziner, Pflegende und Angehörige anderer Berufsgruppen, die an der Palliativmedizin, Palliativpflege und hospizlichen Betreuung beteiligt sind.

Teilnehmerzahl:
16 - 20

Teilnahmegebühr:
1.255,00 €/Gesamtkurs (80 UE)
132,00 €/Modul

Veranstaltungsort:
Evangelisches Krankenhaus Herne

Anmeldung:
APPH Ruhrgebiet
Telefon: 02323/498-2600
Telefax: 02323/498-2601
info@apph-ruhrgebiet.de

Besondere Hinweise:
Voraussetzung für die Teilnahme ist eine abgeschlossene Weiterbildung in Palliativmedizin oder Palliative Care, die von der DGP anerkannt ist.

Die angebotenen Module in 2020 umfassen 80 UE und können als Gesamtkurs oder einzeln gebucht werden. Weitere Moduleinheiten werden in 2021 stattfinden. Insgesamt entspricht die vollständige Teilnahme 160 Unterrichtseinheiten über 2 Jahre.

Hierfür erhalten Sie ein Zertifikat. Für jedes einzelne Modul eine Teilnahmebescheinigung.

Die Anerkennung von Fortbildungspunkten richtet sich nach den Vorgaben der Fachverbände.


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