Ärzte Zeitung, 12.06.2015: Pflege. Patientenschützer beklagen "Zwei-Klassen-Sterben"

Pflege. Patientenschützer beklagen "Zwei-Klassen-Sterben"

Die Stiftung Patientenschutz moniert die unterschiedlichen Versorgungsniveaus in Pflegeheimen und in Hospizen. Ein "Upgrade" der palliativen Versorgung in Heimen auf das Niveau der Hospize würde 730 Millionen Euro jährlich kosten....weiterlesen.

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Ich habe im Jahr 2014 eine gruselige Erfahrung mit einem Pflegeheim im Nachbardorf gemacht. Meine Nachbarin(97) kam nach einem Schlaganfall und beginnnender Demenz in ein Pflegeheim in einem Nachbardorf. Die ersten zwei Tage hat man sich sehr bemüht, sie saß sogar mit am Tisch im Gruppenraum und konnte alleine essen. Bei jedem Besuch war es schlimmer, besonders am Wochenende. Keine Hörgeräte, kein Gebiss, keine Brille aber eine kalte steinharte Heissewecke vor sich auf dem Tisch. Kein Personal. 1 Kraft für 80 Patienten, davon über 20 demenzkrank. Unfassbar. Da sie nachts sehr unruhig war wurde sie in die Nervenklinik verlegt zur Ruhigstellung. Abgeschoben in eine Rumpelkammer zum Sterben könnte man sagen, wir haben sie besucht, 3 Tage vor ihrem Tod. Sie wäre nicht ansprechbar lt. Pfleger. Kaum dass sie meine Stimme hörte winkte ihre Hand aus dem Bett, in welchen sie in Embrionalstellung lag und fror. Es war eiskalt in dem Raum. Wir haben ein wenig geredet, sie war schon oft weit weg, aber als ihr vorsang hat sie klar und deutlich 2 Lieder mitgesungen. Dann war sie erschöpft und wir haben sie schlafen lassen. Es hat sich eingebrannt in meinem Kopf dieses gruselige Sterbezimmer. Sie hatte nicht mal eine Klingel am Bett und lag da absolut allein. So etwas hat kein Mensch verdient.

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