Bayern will Palliativversorgung von Kindern verbessern

Im Bibliomed Newsletter vom 11.09.2009 fand sich folgender Artikel, der vielleicht auch für Sie von Interesse sein könnte:

Die Bayerische Staatsregierung will die palliativmedizinische Versorgung von Kindern und Jugendlichen verbessern.

Laut einem von Gesundheitsminister Markus Söder (CSU) vorgelegten Rahmenkonzept soll dazu vor allem die häusliche Versorgung im Land ausgebaut werden, um „dem Wunsch vieler Kinder und ihrer Familien“ zu entsprechend, „möglichst viel verbleibende Zeit zu Hause im vertrauten Umfeld verbringen zu können“. In Zeiten begrenzter Ressourcen gehe es nicht darum, einen Mustervertrag für Leistungen oder ein Fachprogramm zu entwerfen, sondern bereits vorhandene Ressourcen und Versorgungsstrukturen gezielt einzusetzen, Betreuungsangebote zu vernetzen und zu koordinieren und kinderpalliativmedizinisches Wissen weiterzuverbreiten.

„Familien mit unheilbar kranken Kindern sollen überall fachkundige Hilfe und Unterstützung bekommen – zuhause und im Krankenhaus“, sagte Söder. Für die flächendeckende Betreuung sollen jetzt sechs Kinderpalliativteams sorgen, die aus speziell geschulten Kinderärzten, Pflegekräften und psychosozialen Mitarbeitern gebildet werden. In enger Zusammenarbeit mit Ärzten, Kliniken, Pflegediensten und Hospizen vor Ort sollen sie die Lebensqualität der kranken Kinder erhöhen und gleichzeitig die Familien entlasten. Ein an das Klinikum Großhadern angeschlossenes Team wird laut dem Bayerischen Gesundheitsministerium den bundesweit ersten Vertrag zur spezialisierten ambulanten Palliativversorgung von Kindern mit den Krankenkassen schließen.

Experten gehen davon aus, dass in Bayern etwa 2.700 Kinder und Jugendliche mit lebensverkürzenden Krankheiten wie angeborenen Fehlbildungen oder Stoffwechselerkrankungen leben. Rund 600 Kinder sterben jedes Jahr an den Folgen.