Charta zur Betreuung schwerstkranker und sterbender Menschen

Auch der längste Prozess beginnt mit einem Gedanken. Unter diesem Leitmotiv wird seit 2008 an der Entwicklung und Umsetzung einer „Charta zur Betreuung schwerstkranker und sterbender Menschen“ gearbeitet. Unter der Trägerschaft der Deutschen Gesellschaft für Palliativmedizin (DGP), des Deutschen Hospiz- und PalliativVerbands und der Bundesärztekammer wurde bis 2010 eine Bestandsaufnahme zur derzeitigen Betreuung schwerstkranker und sterbender Menschen in Deutschland erschlossen. Aus den dabei erzielten Ergebnissen wurden Ziele, Strategien, Forderungen abgeleitet. Die beteiligten Arbeitsgruppen bestanden aus etwa 150 Expertinnen und Experten aus 50 gesellschaftlich und gesundheitspolitisch relevanten Institutionen.

Die Ziele der Charta sind auf der projekteigenen Homepage gelistet:

  • Förderung des internen Dialogs aller gesellschaftlich und gesundheitspolitisch relevanten Gruppen
  • Förderung der gesellschaftlichen Auseinandersetzung mit dem Thema, Verankerung im öffentlichen Bewusstsein
  • Orientierung und Perspektiven für die weitere Entwicklung der Palliativ- und Hospizversorgung in Deutschland
  • Grundlage für politische Weichenstellung und Realisierung
  • Beteiligung am internationalen Prozess (Budapest Commitments)

Seit ihrer Veröffentlichung haben mehr als 10.000 Personen und annähernd 900 Institutionen die Charta unterzeichnet. Sie unterstützen damit die Ziele der Charta entsprechend den fünf Leitsätzen, den weiteren Ausbau der Hospiz-und Palliativversorgung und die weitere Integration hospizlicher Haltung und palliativer Kompetenz in die Strukturen der allgemeinen Versorgung.
Ziel ist es nun, die Charta zu einer Nationalen Strategie zur Betreuung schwerstkranker und sterbender Menschen in Deutschland weiterzuentwickeln. Mittels einer Nationalen Strategie sollen die in der Charta formulierten Ziele unter Einbindung der Politik auf allen Ebenen - der Bundesebene, der Länderebene und der kommunalen Ebene - systematisch umgesetzt werden, dass jeder Betroffene unabhängig von der zugrundeliegenden Erkrankung, von der persönlichen Lebenssituation oder vom Versorgungsort eine qualitativ hochwertige Versorgung und Begleitung erhält.
In den kommenden zunächst zwei Jahren sollen im Rahmen einer solchen Nationalen Strategie wichtige Schritte zur Weiterentwicklung der Betreuung schwerstkranker und sterbender Menschen vorangebracht werden. Im Vergleich zu den bisherigen Phasen der Charta wird nun vor allem die Einbindung der politischen Ebene an Relevanz gewinnen. Im Rahmen der Nationalen Strategie werden konkrete Umsetzungspläne erarbeitet, welche nicht zuletzt eine klare Zuordnung von Verantwortlichkeiten, die Festsetzung von realistischen Finanzierungsmöglichkeiten sowie konkrete Zeitpläne beinhalten (Stand Juli 2014).

Weitere Informationen finden Sie unter: http://www.charta-zur-betreuung-sterbender.de