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Ärzte Zeitung, 20.01.17: Hollande fordert „menschenwürdige“ Lösung für Komapatienten

Hollande fordert „menschenwürdige“ Lösung für Komapatienten

Paris – Frankreichs Staatspräsident Francois Hollande will eine „menschenwürdige“ Lö­sung für den Komapatienten Vincent Lambert. Hollande betonte allerdings laut franzö­si­schen Medienberichten, das medizinische Team entscheide mit der Familie über die Zu­kunft Lamberts, nicht er.

Der Neffe Lamberts hatte am 10. Januar einen Brief an Hollande geschrieben, in dem er an den Präsidenten appellierte, ein Urteil vom 16. Juni 2016 des Verwaltungsgerichts Nancy umzusetzen. Darin wird das Krankenhaus Centre Hospitalier Universitaire (CHU) in Reims aufgefordert, die Expertenkonsultationen über eine Einstellung der Versorgung von Vincent Lambert wiederaufzunehmen.


Ärzte Zeitung, 20.01.17: Cannabis als Medizin – Gesetz gilt ab März

Cannabis als Medizin – Gesetz gilt ab März

Mit den Stimmen aller Fraktionen regelt der Bundestag den Einsatz von Cannabis zu medizinischen Zwecken neu.

BERLIN. Nach jahrelangem Streit hat der Bundestag am Donnerstag für die Zulassung von Cannabis als Medizin gestimmt. Mit den Stimmen aller Fraktionen wurde ein Gesetz verabschiedet, das entsprechende Änderungen unter anderem im Betäubungsmittelgesetz und im SGB V vorsieht.

Anders als noch im Regierungsentwurf setzt das Gesetz auf die Therapieverantwortung und erlaubt bei Patienten mit schweren Erkrankungen die Verordnung von Cannabis "unter Abwägung der zu erwartenden Nebenwirkungen und unter Berücksichtigung des Krankheitszustands" des Patienten.

Anders als zuvor vorgesehen gibt es keine Genehmigungspflicht der Verordnung durch den Medizinischen Dienst der Kassen.

Auch die Opposition zeigte sich bei der abschließenden Beratung im Bundestag zufrieden. Der Drogenexperte der Linken, Frank Tempel, erkannte im Gesetz "wenig Spielraum zum Meckern". "Chapeau, Frau Mortler!", sagte der drogenpolitische Sprecher der Grünen, Dr. Harald Terpe, zur Drogenbeauftragten der Bundesregierung, Marlene Mortler (CSU).


Focus online, 19.01.17: Cannabis auf Rezept - Bundestag beschließt Freigabe für Schwerkranke

Cannabis auf Rezept - Bundestag beschließt Freigabe für Schwerkranke

Der Bundestag hat einstimmig die Freigabe von Cannabis als Medizin auf Rezept beschlossen. Ärzte können schwerkranken Patienten künftig Cannabis verschreiben, wenn diese etwa unter chronischen Schmerzen und Übelkeit infolge von Krebstherapien leiden. Die Krankenkassen müssen die Therapie dann bezahlen.

Der Eigenanbau durch Patienten bleibt verboten. Mit der im März in Kraft tretenden Gesetzesänderung wird auch eine Begleitstudie begonnen, um weitere Erkenntnisse über die Wirkung von Cannabis zu gewinnen.


Focus online, 18.01.17: Palliativmediziner hält Behandlung Todkranker für eine "ans Kriminelle grenzenden Fachrichtung"

Palliativmediziner hält Behandlung Todkranker für eine "ans Kriminelle grenzenden Fachrichtung"

Der Palliativmediziner Matthias Thöns hat die medizinische Überversorgung todkranker Patienten kritisiert. Viele der teuren Behandlungen würden den Menschen an ihrem Lebensende nicht helfen, sondern sie nur quälen. Für Thöns grenzt die Behandlung Sterbenskranker ans Kriminelle. Nun will sich auch das Bundesgesundheitsministerium mit diesem heiklen Thema auseinandersetzen.

"Menschen werden mit sündhaft teuren, äußerst belastenden Therapien gequält, oft sogar gegen ihren Willen", sagte Matthias Thöns im Gespräch mit der "Zeit". Für den Wittener Palliativmediziner steht fest, manche medizinisch Versorgung nützt dem Patienten nichts. Im Gegenteil, sie könne sogar schaden. Deshalb spricht Thöns davon, dass die Behandlung von Sterbenskranken "zu einer ans Kriminelle grenzenden Fachrichtung" gemacht wird.


Ärzteblatt, 16.01.17: 2,86 Millionen Menschen sind pflegebedürftig

2,86 Millionen Menschen sind pflegebedürftig

Wiesbaden – Die Zahl der Pflegebedürftigen in Deutschland steigt weiter: Im Dezember 2015 waren 2,86 Millionen Menschen auf Pflege angewiesen. Das sind rund 234.000 be­ziehungsweise knapp neun Prozent mehr als zwei Jahre zuvor, teilte das Statistische Bun­desamt in Wiesbaden heute mit.

Etwa drei Viertel (2,08 Millionen) aller Pflegebedürftigen wurden zu Hause versorgt, die meisten davon allein von Angehörigen. Das betraf knapp 1,4 Millionen. Bei rund 692.000 der Menschen, die zu Hause gepflegt wurden, geschah das mithilfe ambulanter Pflege­dienste. Gut ein Viertel (783.000) der Pflegebedürftigen lebten in Pflegeheimen.

Im Vergleich zu 2013 stieg die Zahl der in Heimen vollstationär betreuten Menschen eher unterdurchschnittlich um 2,5 Prozent oder 19.000 – im Vergleich zu 2001 sind es aller­dings 192.000 mehr, was einem Anstieg um ein Drittel entspricht.


WAZ, 11.01.17: Mehr Sicherheit im Umgang mit sterbenden Menschen

Mehr Sicherheit im Umgang mit sterbenden Menschen

STADTMITTE. Die Begegnungen mit schwerst-kranken Menschen und ihren Angehörigen ist nicht immer leicht. Wie soll man sich verhalten? Was kann man sagen? Was ist vermeintlich richtig oder falsch?

Die Begegnungen mit schwerst-kranken Menschen und ihren Angehörigen ist nicht immer leicht. Wie soll man sich verhalten? Was kann man sagen? Was ist vermeintlich richtig oder falsch?

Um mehr Sicherheit im Umgang mit Betroffenen zu haben, bietet das Ambulante Hospiz Oberhausen e.V. ab dem 28. Januar an der Marktstraße 165 eine 40-stündige Fortbildung mit dem Titel „Palliative Grundlagen für alle“ an.


Westfälische Rundschau, 18.01.17: Freigabe für Cannabis als Medizin

Freigabe für Cannabis als Medizin

RÜTHEN/BERLIN. Schwerkranke Menschen sollen nach dem Willen der Koalition zukünftig leichteren Zugang zu Cannabis als Medizin erhalten. Am Donnerstag stimmt der Bundestag über einen Gesetzentwurf ab, der Blüten und Extrakt der Hanfpflanze auf Rezept zugänglich machen soll. Damit kann das Medizinalhanf dann auch von den Krankenkassen bezahlt werden.

Schwerkranke Menschen sollen nach dem Willen der Koalition zukünftig leichteren Zugang zu Cannabis als Medizin erhalten. Am Donnerstag stimmt der Bundestag über einen Gesetzentwurf ab, der Blüten und Extrakt der Hanfpflanze auf Rezept zugänglich machen soll. Damit kann das Medizinalhanf dann auch von den Krankenkassen bezahlt werden.


APD, 16.01.17: Schweizer Bischöfe schaffen Fachstelle für Palliative Care

Schweizer Bischöfe schaffen Fachstelle für Palliative Care

Die palliative Behandlung "Palliative Care", nimmt laut Medienmitteilung der Schweizer Bischöfe eine dynamische Entwicklung und ist mittlerweile aus dem Schweizer Gesundheitswesen nicht mehr wegzudenken. Deshalb hätten sie beschlossen, die Einrichtungen der Schweizer Bischofskonferenz mit einer Fachstelle für Palliative Care mit Schwerpunkt Spiritual Care zu verstärken. Erste Inhaberin der Fachstelle ist die Theologin Jeanine Kosch-Vernier. Sie hat die Arbeit mit dem Beginn des Jahres 2017 bereits aufgenommen.


Ärzteblatt, 12.01.17: Französische Linkspolitiker wollen Sterbehilfe legalisieren

Französische Linkspolitiker wollen Sterbehilfe legalisieren

Paris – Mehrere französische Linkspolitiker sprechen sich vor den Vorwahlen am 22. Januar für eine Legalisierung von Sterbehilfe aus. Der sozialistische Kandidat Benoit Hamon sagte, er wolle für alle Menschen mit einer unheilbaren Krankheit für ein Recht auf medizinische Hilfe eintreten, um mit Würde zu sterben, berichtete die Zeitung La Croix.

Die gleiche Position vertreten demnach die Kandidaten Vincent Peillon (Sozialis­ten) und Sylvia Pinel (Radikale Linkspartei). Sie wollten zudem die künstliche Befruchtung mit Spen­der, die derzeit nur für heterosexuelle Paare erlaubt ist, auch für lesbische Paare und Alleinstehende öffnen.


Ärzteblatt, 12.01.17: Wünschewagen startet in Rheinland-Pfalz und in Sachsen

Wünschewagen startet in Rheinland-Pfalz und in Sachsen

Mainz – In Rheinland-Pfalz und Sachsen ist in diesen Tagen ein neues Projekt gestartet, das Schwerkranken innige Wünsche erfüllen will. In Hessen soll der soge­nann­te „Wün­sche­wagen“ in den nächsten Wochen die Arbeit aufnehmen. Bisher gibt es die umge­bau­ten Krankenwagen in acht Bundesländern; der erste fuhr vor zwei Jahren im Ruhr­ge­biet. In Hessen wird in Kür­ze ebenfalls ein solcher Spezialwagen starten.

Die rheinland-pfälzische Ministerpräsidentin Malu Dreyer (SPD) unterstützt den „Wün­sche­wagen“ des Arbeiter-Samariter-Bundes (ASB). Der umgebaute Krankenwagen soll dabei helfen, Schwerkranken innige Wünsche zu erfüllen. „Die Schirmherrschaft für solch ein wichtiges Projekt zu übernehmen, ist mir ein Herzensanliegen“, erklärte Dreyer. Noch ein­mal ans Meer zu fahren, noch ein­mal ein Konzert der Lieblingsband anzuhören, ein Fuß­­ball­spiel des Lieblingsclubs ansehen zu dürfen – das alles werde schwer kranken Men­schen mit dem Wünschewagen kosten­los ermöglicht.